Auktion statt Kündigung mit LifeJack

LifeJack - Auktion statt Kündigung

Wer bietet den höchsten Preis für meine Renten- oder Lebensversicherung? Auktion statt Kündigung.
Mit dieser Geschäftsidee startete im Oktober 2007 die Münchener LifeJack AG seine Internethandelsplattform für den Verkauf von Lebensversicherungen.

Fakt ist, dass kaum eine Lebens- oder Rentenversicherung bis zum Laufzeitende vom Sparer durchgehalten wird. Die Branche schätzt, dass jede zweite Police vor Ablauf aufgelöst wird. In der schnelllebigen und unsicheren heutigen Zeit dürfte der Trend weiter zunehmen. Finanzielle Engpässe oder Arbeitslosigkeit nötigten die Vorsorger zur verlustbringenden Kündigung oder Stornierung. Hier soll LifeJack eine Alternative bieten und ein Online-Portal zum Versteigern der Police zur Verfügung stellen.

Das Unternehmen wurde von privaten Investoren gegründet. Laut Aussage vom Gründungsvorstand Knut Rollig ist es die erste freie und unabhängige elektronische Plattform dieser Art in Deutschland. Das Online-Auktionshaus richtet sich an Versicherungsnehmer, Vermittler und gewerbliche Aufkäufer. Ab 2009 soll auch der Ankauf für Privatleute möglich sein.

Eine Trendwende im Markt der Versicherungs- und Finanzdienstleister sehe ich schon lange, da ich selbst jahrelang für einen Finanzvertrieb tätig war. Meiner Meinung nach, werde ich zukünftig meine Vorsorge- und Bankdienstleistungen über eine Web 2.0 Community empfohlen bekommen. LifeJack hat genau diesen Trend frühzeitig erkannt hat und belebt den Zweitmarkt für Lebensversicherungen – der sich schon in den vergangenen Jahren zu einer Alternative der verlustträchtigen Stornierung einer Police entwickelt hat.

Unter dem Motto: „Lieber versteigern, als kündigen„, können die User ihre aktuellen Policen munter versteigern. Ziel und User-Nutzen der Plattform soll es sein, den Lebensversicherungsnehmer im Bedarfsfall unabhängiger von den Versicherungsgesellschaften machen, denn eine Kündigung ist oft mit erheblichen Verlusten verbunden. In einer Auktion kann der Nutzer seine Versicherung in einen Marktplatz einstellen und für die Lebensversicherung einen Preis über dem Rückkaufswert erzielen. LifeJack tritt dabei nicht als Ankäufer auf, sondern bietet nur die Rahmenbedingungen der Auktion an. Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten, müssen die Nutzer dieser Plattform sich mit ihrem Personalausweis eindeutig identifizieren. Mit dem Renditerechner können sich die Verkäufer die Marktfähigkeit berechnen und analysieren lassen. Dieses Tool steht für jedermann kostenlos bereit. Ähnlich wie bei eBay entscheidet der Verkäufer, ob er sein Angebot als Auktion oder „Sofortkauf“ anbietet. Laut Aussage des Unternehmens stehen höchste Sicherheitsstandards bereit, „die dem Onlinebanking im Nichts nachstehen„. Über einen Secure Sockets Layer (SSL) werden die Daten des Nutzers vor fremden Zugriff geschützt. Nach erfolgreichem Verkauf ist eine Gebühr in Höhe von 2 Prozent des Verkaufspreises fällig. Diese werden dann zu gleichen Teilen dem Käufer und Verkäufer auferlegt.

Screenshot von LifeJack.de

LifeJack bietet auch einen Komplettservice an und kümmert sich um den gesamten Verkauf, vom Schriftwechsel mit der Versicherungsgesellschaft bis hin zur Zahlungsabwicklung. Die Mitarbeiter von LifeJack sind, laut Angaben des Unternehmens, ausgebildete Versicherungskaufleute. Kosten entstehen nur bei einem erfolgreichen Verkauf und belaufen sich auf 199,- EUR.

Fondspolicen bleiben unbeachtet
Wer allerdings über eine Fondspolice verfügt, könnte schlechte Karten haben. Deren Rendite hängt stark vom Kapitalmarkt ab und ist kaum kalkulierbar. Deshalb finden diese kaum eine Beachtung auf dem Zeitmarkt für Lebensversicherung.
Auch für Vermittler interessant?

Auch für Makler und ungebundene Vermittler könnte dieses System durchaus interessant sein
Nach Angaben von LifeJack reduzieren sie durch die neutrale Bewertung ihr eigenes Haftungsrisiko und erfüllen gleichzeitig die derzeit geltenden Vorschriften (EU-Vermittlerrichtlinie, etc.)

Fazit: Überlegen Sie genau, ob es wirklich die letzte Möglichkeit ist, die Sie haben. Kündigung, Storno und auch der Verkauf sind meistens mit Verlusten verbunden. Denn eine Leben- oder Rentenversicherung ist eine langfristige Geldanlage, die ihre Rendite nur abwirft, wenn die Laufzeit vom Sparer eingehalten wird. Eine Alternative zu einer Kündigung oder Storno bietet der Zweitmarkt für Lebensversicherung schon.

Ob sich die Plattform durchsetzt, liegt letztendlich an ihrem Bekanntheitsgrad. Dafür erschien die Plattform schon in der Presse (Süddeutsche Zeitung, FAZ, Computerbild etc.). Doch die wenigsten Policeninhaber wissen überhaupt, dass seit 1999 ein Weiterverkauf ihrer Police möglich ist. Meiner Meinung wird es noch ein wenig dauern und die angestrebte branchenweite Etablierung für das Jahr 2008 noch etwas dauern. Das Vertrauen in Finanzangelegenheiten in Zusammenhang mit dem Internet ist IMO noch zu gering.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Die Plattform hat Ihre Pforten geschlossen. Details habe ich in meinem blog kurz verfasst. Es ging nicht einmal eine Pressemeldung raus, lediglich eine Massenmail.

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